Der Weg zum Stadion

Anfahrt:

Aus allen Richtungen über die Kamener Str. (B 61)

Des weiteren weisen Fußbälle   auf Verkehrsschildern in Lünen den Weg zum Stadion, egal aus welcher Richtung Sie kommen.

Hier rollt der Ball. Die Stadionanlage in Schwansbell ist eine Visitenkarte für die Sportpolitik in Lünen und ein Aushängeschild für den Fußballsport in der Lippestadt.

Moderne Infrastruktur

Fußballsportler finden hier beste Voraussetzungen für optimalen Trainings- und Spielbetrieb. Die traditionsreiche Sportanlage am „Schwansbeller Weg“ verfügt über einen 7.350 m² großen Naturrasenplatz mit einer überdachten Sitztribüne für 800 Zuschauer inklusiv Übertragungsanlage , einen Kunstrasenplatz (2012) mit Übertragungsanlage und Flutlicht und seit März 2014 über einen  Umkleidetrakt mit vier Mannschaftskabinen und entsprechenden Sanitär-Einrichtungen sowie für Zuschauer zugängliche WC-Anlagen. Ein großzügiges Clubhaus (1997), in dem auch die Geschäftsstelle des Lüner SV- Anschrift Schwansbeller Weg 3, untergebracht ist, sowie das Haus für den Platzwartkomplettieren die Anlage. Zuschauerkapazität bis zu 8.000 Personen.

Erledigte Projekte:

  • Neuer Eingangsbereich mit Kassen- und Zaunanlage,
  • Umgestaltung des Vorplatzes
  • Ballfangzäune am Naturrasenplatz
  • Sanierung Innenhof

Pläne für die Zukunft: 

Kleinspielfeld mit Naturrasen für unseren Fußballnachwuchs

Unterstand für die Besucher am Kunstrasenplatz


 Stadion mit Vergangenheit

Im Jahr 1955 fiel in der Stadt Lünen der Startschuss für zwei neue Sportplätze. In waldreicher Umgebung, nahe Schloss Schwansbell, baute die Stadt Lünen einen Hartplatz und das „Rasenstadion“. Am 01.08.1958 erfolgte die Übergabe. In Eröffnungsspiel traf der VfB Lünen 08 auf Rot-Weiß Essen, den Deutschen Meister von 1955. Weltmeister Helmut Rahn wirbelte damals mit seinen Dribblings und Kabinettstückchen die Lüner Kicker ganz schön durcheinander und schoss auch das letzte Tor zum 1:6

kampfbahn schwansbell historisch

Die voll besetzte „Kampfbahn Schwansbell“ in den 70er Jahren. Damals strömten bis zu 10.000 Fans zu den Spielen. (Foto Archiv)

Ein Jahr später konnte der Umkleidetrakt mit angebauter Hausmeisterwohnung genutzt werden (Anmerkung: .Sie wurde zwischenzeitlich bereits abgerissen.) Ab 1963  hatten Zuschauer die Möglichkeit, auf der Gegenseite und hinter dem Tor die Fußballspiele auf abgetreppten Stehtribünen zu verfolgen. Im Jahre 1970 kam die Tribüne hinzu. Das Stadion war seinerzeit für maximal 10.000 Besucher ausgelegt, die richtige Kulisse für die glorreichen Regionalligazeiten des Lüner SV. So kommt auch die im Volksmund geprägte Bezeichnung „Kampfbahn Schwansbell“ nicht von ungefähr.

 

(Foto Goldstein)

60 Jahre Kampfbahn Schwansbell

Das Lüner Stadion Kampfbahn „Schwansbell" erlebte hautnah die Höhen und Tiefen des deutschen Fußballs mit. Es war und ist ein Magnet für die Fußball-Fans rund um die Stadt, erlebte zahlreiche internationale Begegnungen, Life Übertragungen von WM-Spielen und Musikshows.

Der Lüner SV wurde am 28. August 1945 aus den Vereinen Germania 03, BV Lünen 05, SC Lünen 19, Viktoria Lünen und TUBV 1862 als Zentralsportverein gegründet. Die Kampfbahn Schwansbell wurde ab 1956 gebaut. Zwei Jahre später, 13 Jahre nach Gründung des Lüner SV, erfolgte die feierliche Eröffnung.

 VfB 08 erster Hausherr

Eigentlich war die neue Arena nicht für den Lüner SV, der auf dem Schützenhof und am Wüstenknapp zuhause war, gebaut, sondern für den VfB 08 Lünen - zu dessen 50. Geburtstag. Auf der alten Anlage der Süder, auf dem Triftenteich sollte eigentlich die Heinrich-Bußmann-Schule gebaut werden. Doch der Triftenteich wurde erst in diesen Tagen bebaut, zuvor der Schützenhof, jetzt folgt der Wüstenknapp.

Zur Eröffnung trat der VfB gegen Rot-Weiß Essen an. Die Gäste, mit Helmut Rahn und Heinz Wewers, gewannen 5:1. Da es noch keine Umkleidemöglichkeiten in Schwansbell gab, zogen sich, wie in den folgenden Jahren auch der LSV und dessen Gegner, die Essener in der Gaststätte von Heinz Walbaum, Zur Süggel, um. Duschen nach dem Spiel soll es noch nicht gegeben haben. Beide Wege, hin und zurück zum Stadion, wurden zu Fuß absolviert. Als Ersatz für die Duschen behalf man sich mit einem einfachen Wasserschlauch.

Wasserschlauch für Rahn

Was würde dazu ein heutiger Nationalspieler sagen? Helmut Rahn, der mit seinem Siegtreffer zum 3:2 im WM-Finale 1954 gegen Ungarn Deutschland zum Weltmeister machte und das „Wunder von Bern“ begründete, soll sich nicht beschwert haben.

Für den VfB folgten Spiele gegen Teams der alten Oberliga-West wie SV Sodingen und Preußen Münster – gegen eine Stadtauswahl – sowie gegen Hombruch 09, den Deutschen Amateurmeister von 1959. Höhepunkt war aber das „Ablöse-Spiel“ der Dortmunder Borussia für Timo Konietzka, den eigentlich Friedhelm getauften Jungen des VfB aus Lünen-Süd, dem Schützen des ersten Tores der Bundesliga überhaupt 1963 für Dortmund. Der BVB gewann 8:1.

Dem VfB waren aber schnell die höheren Kosten im städtischen Stadion Schwansbell zu groß. Er zog sich auf den Hartplatz in Schwansbell und wieder den Triftenteich zurück.

Um dann im Stadion 1964 noch einmal ganz groß aufzutrumpfen. Mit dem ersten Freundschaftsspiel in Zeiten des Kalten Krieges zwischen VfB 08 Lünen und Spartak Moskau. Damals schauten weltweit Fernsehsender, Sport und Politik-Reporter diesem unerwarteten und erfolgreichen deutsch-sowjetischen Jugendaustausch zu.

Der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg des Lüner SV von der Asche des Schützenhofes auf den Rasen am Schloß Schwansbell hatte da schon begonnen.1958 spielte er in der Landesliga, 1961 in der Verbandsliga, 1963 in der neu geschaffenen Regionalliga. In ihrer großen Zeit wurden die rot-weißen Löwen des Lüner SV zum „Aushängeschild und Leuchtturm“, wie es damals hieß, der Stadt.

Der erfolgreichste Klub am südlichsten Punkt der Lippe ist immer noch bundesweit aus seiner Regionalliga-Zeit bekannt. In der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse zählten Renommierclubs wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Arminia Bielefeld, Borussia Mönchengladbach, Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf mit zu den Gegnern.

 15.000 Zuschauer

Das heute für 7000 Zuschauer zugelassene Stadion hatte nur Stehränge und Platz für 5000 Fans. Lünen stieg zwar nach nur einem Jahr aus der damals zweithöchsten Klasse ab. Doch die damaligen Stadtväter handelten weise, vergrößerten das Stadion um die heutige Tribüne und auf ein Fassungsvermögen von offiziell 12 000 Fans. Heute dürfen nur noch 1000 auf die Tribüne und 6000 auf die Stehränge.

„Rücken sie zusammen. Vor den Kassen warten noch hunderte von Fans," verkündete der Stadionsprecher. 15 000 sollen es in den 1960er-Jahren in "Schwansbell" schon mal gewesen sein.

1966 war der Lüner SV für sechs Jahre in der alten Regionalliga zurück, spielte in einer Klasse mit Borussia Dortmund. Die Dortmunder waren später immer wieder zu Freundschaftsspielen zu Gast, ob unter Ottmar Hitzfeld oder Timo Konietzka als Trainer. Bis zu 5000 Fans strömten dann wieder ins Stadion. Für Matthias Sammer war einst das Spiel beim LSV das letzte als Borussen-Coach.

Der Lüner SV lieferte der 1963 geborenen Bundesliga immer wieder frisches Spielermaterial: Hans-Jürgen Sperlich unterschrieb bei Hertha BSC Berlin, Alex Rüsing beim 1. FC Nürnberg, Bernd Gerstner ging zu 1860 München, Karl-Heinz "Ellis" Granitza über die Berliner Hertha zu den Chicago Stings.

Ins Profi-Geschäft gingen (oder blieben) Bernd Ochmann (Herne), Detlef Behrens (Siegen, Homburg), Horst Angel (Münster) und Manfred Balcerzak (Borussia Dortmund), der den Lüner SV in der jüngeren Zeit aus der Landes- in die Verbandsliga zurück führte. Horst Lanowski, Georg Schymetzek und Dieter Stannek liefen später in der 2. Liga auf, Thomas Audehm schaffte vom LSV den Sprung ins damalige Bundesliga-Team von Wattenscheid, der heutige LSV-Trainer Mario Plechaty begann seine Karriere beim LSV und schnupperte bei Borussia Dortmund Bundesliga-Luft.

 Fernsehen immer vor Ort

Gefühlt bei jedem Heimspiel war damals das Fernsehen in Schwansbell. Den Film vom Spiel brachten Motorfahrer zum WDR nach Köln. Dort wurde der Streifen bearbeitet und war nach 18 Uhr am Sonntag in der Sportschau zu sehen.

Durch den Bau der Tribüne (1969/70) blieb von der Laufbahn erst nur die gegenüberliegende Gerade. Doch wer setzte in Lünen schon auf Leichtathletik, selbst wenn sich Muster-Athlet Klaus Liedtke auch in Schwansbell die Form holte, die ihm Weltmeisterschaften mit Diskus und Kugel einbrachten.

„Wenn der Lippeverband seine Arbeiten an der Seseke rund um das Stadion beendet hat, soll es (fast) alles wieder geben wie einst, Sprunggrube, Wurfkreis und mehr!" hieß es einst. Die Bauarbeiten sind beendet. Vor der Fertigstellung steht in dem einstigen Leichtathletikbereich alternativ ein Kleinrasenfeld.

Nach vorn wagte sich vor 21 Jahren 1997, auch der Verein mit dem Bau eines attraktiven Clubhauses, untergebracht in einem Teil der Tribüne mit Blick auf den Rasen des Spielfeldes. Angedacht war und ist, die Tribüne mit Blick auf zum zweiten Platz, der alte Hartplatz wurde durch einen modernen Kunstrasen ersetzt, zu öffnen.

Zu Beginn der 2000er Jahre nach nur vier Saisons wieder aus der Oberliga (5. Liga) abgestiegen, bis in die Bezirksliga (8. Liga) abgestürzt, inzwischen jedoch wieder im dritten Jahr zum Stamm der Westfalenliga (6. Liga) zählend, träumen die Rot-Weißen noch immer ganz heimlich vom Sprung in die heutige Regionalliga (4. Liga).

 Stadion aufpäppeln

 Doch dann müsste das Stadion noch einmal aufgepäppelt werden. Denn es fehlen Wellenbrecher, getrennte Blocks für die Fans, sogar ein Flutlicht…

Dafür wurden unter imdat Acar und Peter Marx als erstem und zweitem Vorsitzenden mehrere andere Projekteverwirklicht. Die alten Umkleiden mit dem Mini-Schiri-Raum wurden abgerissen. Eröffnet wurde im April 2014 ein modernes Sozialgebäude mit vier Kabinen für die Spieler und einer für die Schiedsrichter.

Die von Vandalen zerstörte Hausmeisterwohnung wurde total renoviert. Astrid und Dieter Marschang wohnen jetzt dort, packen als Hausmeister, Platz- und Grünwarte mit an. Die Anlage ist inzwischen komplett eingezäunt, zzwird von Hirtenhund, dem Kangal Pascha, bewacht.

Am Eingang steht ein neues festes Kassenhäuschen. Zumindest der vordere Parkplatz wurde überholt.

Gerade bei den Amateurvereinen bestimmen die eigene Kassenlage und die Höhe der öffentlichen Zuschüsse, wie schnell erneuert und verbessert werden kann. Es werden nicht nur 60 Jahre Schwansbell gefeiert, sondern auch sechs Jahrzehnte der heute sehr guten Zusammenarbeit zwischen dem Besitzer Stadt Lünen und dem Nutzer, dem Lüner SV. Die Kampfbahn ist für nächsten Jahrzehnte gerüstet. Bernd Janning

 


 

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