+++ 75 Jahre - Happy Birthday Lüner SV +++

Der aktuelle Westfalenliga Kader des Lüner SV


75 Jahre Lüner SV Fußball - Die LSV Löwen - das Aushängeschild der Stadt

Die Fußballer des Lüner SV landeten 1963 mit dem Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Im gleichen Jahr schafften sie es bis ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft der Amateure. Sie waren und sind über Jahrzehnte das Aushängeschild und der Werbeträger der Stadt Lünen.

Die Rot-Weißen feierten am 26. August 2020 ihren 75. Geburtstag. Sie waren 1963 Gründungsmitglied der Regionalliga West, stiegen zweimal in diese Klasse, in der sie insgesamt sieben Jahre spielten, auf. Fünf Jahre mischten sie in der Oberliga, in der sie 1981 und 2000 aufstiegen, mit. 29 Jahre Verbandsliga, heute Westfalenliga, 19 in der Landesliga, 14 in der Bezirksliga und kurz nach der Gründung je ein Jahr in einer Gruppenrunde und einer Kreisliga, gehören mit dazu. Die Rot-Weißen erreichten 1977 auch die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals.

Mit Erhard Ahmann, Walter Liebich und Dieter Zorc stellte der LSV drei Amateur-Nationalspieler. Zorc war auch Spieler der 1. Bundesliga (VfL Bochum) wie auch Bernd Gerstner (1860 München), Karl-Heinz Granitza (Hertha BSC) Hans-Jürgen „Spatz“ Sperlich (Hamburger SV) und Wolfram Wuttke (FC Schalke). Bundesliga-Luft in Wattenscheid schnupperte Thomas Audehm, in Dortmund Mario Plechaty.

Granitza war auch als bei Chicago Sting in den USA aktiv, wurde ins Allstarteam berufen. Sperlich wurde mit dem HSV 1977 Europasieger der Pokalmeister. Rolf „Rölle“ Thiemann lief für Go Ahead Deventer in der Ehrendivision auf, wurde in den Niederlanden 1963 zum Sportler des Jahres gewählt.

Blicken Sie mit uns in die ruhmreiche Geschichte des Vereins und erinnern Sie sich an die Spiele, in denen auch über 15.000 Fans ihre Rot-Weißen im Stadion Kampfbahn Schwansbell feierten.

LSV einst auf Augenhöhe mit Borussia

37 Mitglieder wählten im Lokal Pähler an der Borkerstr. am 26. August 1945 Fritz Klöter zu ihrem ersten Vorsitzenden. Dieser führte den lang gehegten Wunsch vieler Lüner Sportler nach einem Zentralverein. Zu diesem zählten Germania 03, BV Lünen 05, der sich im April 1948 wieder abnabelte, SC Lünen 19, Viktoria Lünen und TuBV 1882.

Der Platz Schützenhof an der Cappenberger Straße war noch von Besatzungstruppen beschlagnahmt. So wurde auf dem Wüstenknapp - beide Anlagen gibt es nicht mehr - gespielt. Als dort Borussia Dortmund zum ersten Punktspiel antrat, erlebte die „Wüste“ einen Massenandrang und der LSV errang mit einem 3:3 einen ersten „ehrenvollen Erfolg“.

Schon 1951 wurde ein ersehntes Ziel erreicht, die Meisterschaft in der Bezirksklasse und der Aufstieg in die Landesliga. Der sofortige Abstieg wurde mit einer hervorragenden Jugendarbeit wett gemacht. 7000 Fans feuerten auf dem Schützenhof die A-Jugend im Endspiel um die Industriemeisterschaft an. Am Ende siegte der FC Schalke mit 4:2.

1959 ging es in die Landesliga zurück, die 1961 als Meister Richtung Westfalenliga verlassen wurde. Die Spielzeit 1962/63 stand ganz im Zeichen des Lüner SV. Die Elf vom Schützenhof war die einzige von 450 Vertrags- und Amateurmannschaften der damaligen Bundesrepublik, die ohne Niederlage durch die Punkterunde ging. Heraus sprang mit 51:5  Punkten und 95:21 Toren die Gruppenmeisterschaft. Den zweiten Tabellenplatz belegte mit 14 Punkten Rückstand der alte Rivale BV Brambauer.

Vor 18.000 Zuschauern im Hammer Jahnstadion wurde dann am 25. Mai 1963 mit einem 3:1 über den VfB Bielefeld die Westfalenmeisterschaft gefeiert. Mannschaftsführer Adolf „Awo“ Reißmann setzte den Ball an die Latte. Mittelstürmer Peter Demhartner  „staubte“ ab. Getrübt wurde die Freude durch den Ausfall von „Awo“. Der Kapitän landete nach seinem Freudensprung unglücklich und kugelte sich den Arm aus. Aber auch mit zehn Spielern – Auswechselungen gab es noch nicht – holte sich der LSV den Titel. Im Alleingang erhöhte Demhartner auf 2:0, traf nach dem Anschluss der Ostwestfalen in der 76. Minute zum 3:1-Endstand.

Der Kommentar von Lünens damaligen Oberbürgermeister Heinrich Czerwinski: „So eine spannende Ratssitzung habe ich noch nie mitgemacht!“

Nach einem 1:0 (Manfred „Itti“ Grünewald) bei Mittelrheinmeister SG Düren 99 - viele der 3000 LSV-Fans kamen in Sonderzügen ab Lünen Hauptbahnhof - und einem 2:1 (Josef „Josel“ Gugolka 2) über Niederrheinmeister Homberger SC - wieder vor 18.000 in Hamm- waren die Rot-Weißen Westdeutscher Meister 1963.

Damit stiegen das Team um Trainer Werner Nagerski auch gleichzeitig in die neu gegründete Regionalliga, die alte 2. Bundesliga, auf, kämpften um die Deutsche Amateur-Meisterschaft..

Bei Blau-Weiß 90 Berlin sahen 1000 Lüner unter den 4000 Zuschauern ein 3:3 nach Verlängerung. Im erforderlichen Wiederholungsspiel in Hamm vor 20.000 sorgten „Stoppel Reismann und Demhartner für ein 2:0. Erst nach 32 Spielen ohne Niederlage erwischte es die Löwen. Erst im Halbfinale gegen den heutigen Bundesligisten VfL Wolfsburg endete mi 2:3 eine Superserie.

Für die neue Regionalliga fehlte Lünen noch die Abgeklärtheit. Es folgte der sofortige Abstieg. Nach Platz zwei und drei in der Westfalenliga wurde dort 1967 als Meister die Rückkehr in die Regionalliga gemeistert. Im ersten Spiel gewann der Aufsteiger LSV beim 1.-Liga-Absteiger RW Essen vor 20.000 mit 2:1. Die Sensation war perfekt. Die ARD-Sportschau berichtete.


Dieses Mal hielt sich der LSV sechs Jahre in der damals zweithöchsten Spielklasse, belegte 1970 sogar den sechsten Platz. Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefed und Preußen Münster hießen die einstigen Gegner.
Der nächste Aufschwung kam Ende der 70er Jahre, wurde mit Waldemar Ludwig als Trainer mit dem Oberliga-Aufstieg gekrönt. Doch nach einer Saison ging es zurück in die Westfalen-, später sogar in die Landesliga.
1998 schoß Ralf Taube die Löwen wieder in Richtung Westfalenliga zurück. Sein 1:0 im Entscheidungsspiel über Hombruch öffnete die Tür zur Aufstiegsrunde. Diese wurde souverän gemeistert. Unter Coach Uwe Hüttemann klappte 2000 der Sprung in die Oberliga - dieses Mal für vier Jahre.
Doch der sportliche Niedergang war nicht aufzuhalten. 2008 stürzte der LSV in die Landes-, dann sogar in die Bezirksliga ab. Unter Christian Hampel, damals Trainer wie auch heute wieder, kehrte der Erfolg zurück. Ab 2012 wurde wieder in der Landesliga gespielt. Unter Mario Plechaty als Trainer wurde 2016 der Aufstieg in die Westfalenliga gefeiert.
Seit einem Jahrzehnt gibt Imdat Acar als Vorsitzender dem Verein eine neue Standfestigkeit, sorgte für neue Strukturen. Nicht umsonst wird jetzt wieder der Aufstieg in die Oberliga angepeilt. 

Text: Bernd Janning


 

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