Es ist kein gewöhnlicher Spieltag heute.In der Kochan Arena herrscht eine eigenartige Atmosphäre, wie man sie hier noch nie kannte. Der Schock über die desaströse Niederlage gegen SV Mesum sitzt tief. Was mag sich in den Köpfen der Spieler nach dem blamablen 9 : 0 am letzten Spieltag wohl abgespielt haben? Wie konnte dieser Leistungsabfall überhaupt geschehen? Ist es den sportlich Verantwortlichen gelungen diese spielerische Katastrophe mit der Mannschaft aufzuarbeiten? Hat unser Coach die richtigen Worte gefunden und die Mannschaft erreicht? Bekommt man so ein Spiel überhaupt in einer Woche aus dem Anzug ? Richten sich die Spieler an sich selbst auf und zeigen wieder Mut und Entschlossenheit? Fragen über Fragen. Die Antwort kann es nur auf dem Platz geben. Die Erwartung der Fans am heutigen Spieltag ist jedenfalls enorm, denn sie erwarten von der Mannschaft Wiedergutmachung und ein engagiertes Auftreten. Der Druck, der auf dem Löwenrudel lastet ist damit immens. Aber eines könnte da trösten: Lieber einmal 0:9 verlieren als neunmal 0:1
Obwohl man beim LSV doch Defensive und Offensive zu Beginn der Saison mit neuem Spielermaterial verstärkt hatte, fehlt es noch an Stabilität und Kontinuität.Der Blick in die Tabelle verrät zurzeit nichts Gutes: Nach drei Spieltagen ist die Abwehr bei 11 Gegentoren eine der schlechtesten Defensivabteilungen. Unser Angriff mildert mit acht erzielten Treffern das Gesamtbild.
Der FSC Rheda, einer der mitgliederstärksten Vereine im Kreis Gütersloh, hat sich gegen den Erzrivalen VFL Thesen zuletzt mit 2:1 durchgesetzt und mit der vollen Punktzahl aus drei Spielen die Tabellenspitze erobert. Ob sich die Siegesserie in der Kochan Arena Schwansbell fortsetzt, muss das Team von Coach Christopher Hankemeier erst noch beweisen. Für unsere Rot-Weißen steht heute neben Alessandro Tomasello auch Daniel Mikuljanac wieder im Kader.
Das Spiel beginnt. Wir haben Anstoß und siehe da schon in der 5. Minute gibt es unseren ersten Abschluss. Rheda orientiert sich zunächst defensiv. Zunächst finden wir kein Rezept. In der 10. Minute der große Aufreger. Ein gegnerischer Stürmer gewinnt das Laufduell und wird übermotiviert von hinten gefoult. Elfmeter für den Gast. Alexander Rothkamm verhindert mit einer Monsterreaktion die Führung. Unser Kapitän Enis Delija macht es in der 37. Minute besser. Wieder ein Elfmeter, diesmal für uns und zugleich die rote Karte gegen den Verursacher. Unser Kapitän lässt dem gegnerischen Keeper keine Chance und versenkt das Leder mit einem präzisen Schuss zur 1 : 0 Führung. Fortan spielt der Gast in Unterzahl. Mit der knappen Führung geht es in die Pause.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit bauen die ganz in Grün spielenden Kicker aus Rheda Druck auf. Wir müssen ganz schön auf der Hut sein. Nach einer gelungenen Kombination in dieser Phase des Spiels und einer präzisen Flanke von rechts schraubt sich unser kopfballstarker Ajala Cardoniz in die Luft und erhöht auf 2:0 (51.)
Unser Coach Dimi setzt mit der Einwechslung von Erijon Topojani weiter auf Offensive. Sein Pfostenknaller im Verlauf des Spiels hätte eigentlich ein Tor verdient gehabt. Das gelingt Fabian Lieshaj (70.)zum zwischenzeitlichen 3:0. Rheda gibt nicht auf, zeigt Moral und wirft alles nach vorn. Das wird belohnt.
Auf einmal steht es 3:1 ( 79.) In Minute 83 ist es wiederum unser Kapitän Delija, der mit einem Hammerschuss das 4:1 erzielt. Damit ist das Spiel eigentlich durch, doch der FSC bricht nicht zusammen. Ihm gelingt noch das 4:2 (85.).Dabei bleibt es dann.
Der Sieg ist gut für das Selbstvertrauen und macht Mut für das Heimspiel am kommenden Sonntag (15 Uhr, Kochan Arena Schwansbell) gegen SF Ostinghausen. Unser Löwenrudel klettert wieder und belegt punktgleich mit Rheda den dritten Tabellenplatz. Was wir lernen können: Zu Beginn einer Saison sagt der Blick auf die Tabelle noch gar nichts aus. Alle Mannschaften müssen erst zueinander finden. Das ist nicht immer leicht. Aber Achtung: Wer bei Unterzahl des Gegners noch zwei Gegentore erhält, sollte wissen, was abgestellt werden muss. © rur
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