Heute gilt es, die Leistung vom vergangenen Spieltag zu bestätigen. Der 4:2 Sieg gegen FSC Rheda sollte Mut machen, und das Selbstbewusstsein stärken. Mit einem weiteren Dreier auf heimischem Kunstrasen könnte man die Blamage gegen Mesum langsam aber sicher aus den Köpfen verbannen. Die Zeichen stehen gut, den Coach „Dimmi“ kann heute erstmals auch auf den Ex-Profi Burak Camoglu zurückgreifen. Für den Königstransfer des LSV ist es eine wichtige Premiere, denn er soll dem Spiel mehr Struktur verleihen. SV Ostinghausen belegt zurzeit den 10. Tabellenplatz und möchte sich gerne verbessern. An Lünen hat die SV keine guten Erinnerungen, ging sie doch in der ersten Runde des Krombacher Westfalenpokals mit 4:2 baden. Coach Dominik Koch traut der Mannschaft durchaus eine Steigerung zu. Warten wir es ab.
Das Spiel beginnt mit offenem Visier. Man merkt den Spielern aus Bad Sassendorf an, sie möchten die Niederlage im Pokal wieder wettmachen. In den ersten 20 Minuten gibt es Torszenen auf beiden Seiten. Lünen hat dabei die Nase vor. Alessandro Tomasello erzielt das 1 : 0 ( 25.) Ostinghausen ist keineswegs geschockt. Es ist eher ein Weckruf. Die Männer in Weiß setzen uns arg unter Druck und werden belohnt in der 32. Minute fällt der nicht unverdiente Ausgleich zum 1 : 1. Und die Kicker vom Hellweg machen weiter und gehen mit 1:2 in Führung (38.) Das ist zugleich der Halbzeitstand. Unsere Löwen haben dem Druck zu Beginn der zweiten Halbzeit nichts entgegenzusetzen. In der 58.Minute fällt das 1:3. Damit nicht genug, Ostinghausen erhöht auf 1:4 ( 61.) Die Zuschauer können es nicht fassen. Der Drops scheint gelutscht. Doch weit gefehlt. Unsere Rot-Weißen zeigen auf einmal Moral und besinnen sich auf den eigentlich Zweck des Nachmittags, nämlich Fußball zu spielen. Angetrieben durch den spielstarken Tomasello, geht ein Ruck durch die Mannschaft. Ajala Cardoniz gelingt der Anschlusstreffer auf 2:4.(63.).Das Spielgeschehen verlagert sich zunehmend in die Hälfte der Gäste, obwohl sie weiterhin bei Kontern über die linke Seite gefährlich bleiben. Bis zum Spielende bleibt noch Zeit. Die Spieler merken offensichtlich, da geht noch etwas. Doch dann kommt ein herber Rückschlag. Daniel Mikuljana, schon gelb verwarnt, hat sich in einer Situation nicht mehr im Griff und zieht in Foul. Dem Schiedsrichter bleibt keine Wahl. Er stellt ihn vom Platz. Unser Löwenrudel agiert fortan in Unterzahl. Die Entscheidung führt nicht dazu, dass unser Team die Köpfe hängen lässt. Wiederum ist es Alessandro Tomasello der sich durchsetzen kann. So steht es in der 69. Minute nur noch 3:4. Natürlich hätte Ostinghausen bei einer Großchance ein weiteres Tor erzielen müssen. Einer Riesenchance für uns können wir ebenfalls nicht verwerten. Es läuft die Nachspielzeit, sechs Minuten. Wir wollen den Ausgleich. Jetzt erst recht. Erijon Topojani erlöst Mannschaft und Fans buchstäblich in letzter Minute. Er will das Tor und bekommt es. Es steht 4:4. Als Schiedsrichter Nikola Mester, ein umsichtiger Spielleiter mit einer guten Leistung, abpfeift, hört man fast Felsbrocken purzeln.
Wir haben ein torreiches Spiel erlebt, nichts für schwache Nerven, ein hartes Stück Arbeit. Das Löwenrudel hat trotz hohem Rückstand, zuletzt noch in Unterzahl, Moral und Kampfwillen gezeigt. Das ist aller Ehren wert, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der LSV in der Defensive ein akutes Problem hat. Diese Instabilität ist zum Haare raufen. Hier müssen die sportlich Verantwortlichen eine Lösung finden. Vielleicht sollte man einmal über einen Systemwechsel nachdenken. Unser Neuzugang Camoglu hat gleich bei seiner Premiere alle Höhen und Tiefen der Westfalenliga Mannschaft erlebt. Freuen wir uns jetzt auf die zweite Runde im Krombacher Westfalenpokal gegen BSV Schüren am Mittwoch 09.09. Anstoß 19 Uhr Kochan Arena, bei dem es ein Wiedersehen mit dem ausgeschiedenen Trainer der letzten Saison, Giovanni Schiatarella, und vielen Ex-LSVern der Aufstiegsmannschaft gibt. Dann wartet in der Liga der SV Eintracht Ahaus, aktuell Ligaprimus, auf unser Team. © rur